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1. WO2021005054 - CONTAINER AND BLANK

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Beschreibung

Behälter und Zuschnitt

Die Erfindung betrifft einen Behälter, insbesondere für gebrauchte medizinische Instrumente, umfassend; einen Boden, einen Deckel, und mehrere zwischen dem Boden und dem Deckel angeordneten Seitenwände, wobei in dem Deckel eine verschließbare Einwurföffnung zum Einwerfen von medizinischen Instrumenten vorgesehen ist, und wobei der Behälter aus wenigstens einem flachen Zuschnitt eines faltbaren Materials geformt ist, der aneinander grenzende Abschnitte aufweist, welche den Boden (Bodenabschnitt), den Deckel

(Deckelabschnitt), und die Seitenwände (Wandabschnitte) bilden.

Bei der medizinischen Versorgung von Patienten fallen regelmäßig Abfälle in Form gebrauchter medizinischer Instrumente an, die entsorgt werden müssen. Hierzu gehören unter anderem Spritzen, Kanülen, Lanzetten, Skalpelle oder ähnliche spitze bzw scharfe Gegenstände Diese Abfälle sind zumeist mit Körperflüssigkeiten eines Patienten in Kontakt gewesen und stellen daher ein erhebliches Infektionsrisiko dar.

Um Unfälle zu vermeiden ist es in vorgeschrieben, entsprechende medizinische Instrumente nach der Benutzung in spezielle Sammelbehälter zu entsorgen, welche bestimmte

Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Behälter müssen das versehentliche Durchstoßen der Behälterwand durch innen liegende Instrumente ebenso verhindern wie das versehentliche Hineingreifen durch einen Benutzer Zusätzlich sollen die Behälter hinreichend

flüssigkeitsdicht sein, um das Austreten von infektiösen Flüssigkeiten zu verhindern.

In der Praxis haben sich hier Kunststoffbehälter etabliert, welche aus einem topfartigen Grundkörper sowie einem fest auf diesem aufsetzbaren Deckel bestehen. In dem Deckel ist zumeist eine mit einer Kappe verschließbare Einwurföffnung vorgesehen. Entsprechende Behälter können im Spritzguss günstig als Massenware hergestellt werden.

Allerdings weisen bekannte Behälter einige Nachteile auf. Beispielsweise ist die Herstellung aus Kunststoff unter ökologischen Gesichtspunkten unvorteilhaft. Zusätzlich beanspruchen diese Behälter in der Bevorratung relativ viel Platz, da sie nur begrenzt stapelbar sind.

In anderen Einsatzbereichen haben sich Behälter durchgesetzt, die aus Zuschnitten eines faltbaren Materials, beispielsweise Karton, bestehen. Diese können in Form vorbereiteter Zuschnitte platzsparend gelagert werden und bei Bedarf mit wenigen Handgriffen in ihre endgültige Form gebracht werden. Sie werden daher auch als Faltkartons bezeichnet.

Als Behälter für gebrauchte medizinische Instrumente konnten sich Faltkartons bislang nicht durchsetzen, da sie nicht die geforderte Sicherheit gegen versehentliches Durchstoßen aufweisen. Zwar kann Karton in ausreichender Festigkeit hergestellt werden, um das Durchstoßen der Wandungen selbst zu verhindern. Allerdings haben Faltkartons

systembedingt immer Schwachstellen im Bereich der Behälterecken, die nicht durch ausreichende Material stärke gegen Durchstoßen geschützt sind. An diesen Stellen kann ebenfalls leicht Flüssigkeit austreten.

Es ist möglich, die Ecken von Faltkartons zu verstärken, beispielsweise durch geeignete Klebebänder Allerdings können so verstärkte Faltkartons nicht mehr flachgelegt werden, wodurch einer der wesentlichen Vorteile der Faltkartons verloren geht

Es besteht daher eine Aufgabe der Erfindung darin, einen Behälter bereitzustellen, der hinsichtlich der beschriebenen Problematik verbessert ist.

Diese Aufgabe wird gemäß eines Aspekts der Erfindung gelöst durch einen Behälter, insbesondere für gebrauchte medizinische Instrumente, umfassend: einen Boden, einen Deckel, und mehrere zwischen dem Boden und dem Deckel angeordneten Seitenwände, wobei in dem Deckel eine verschließbare Einwurföffnung zum Einwerfen von medizinischen Instrumenten vorgesehen ist, und wobei der Behälter aus wenigstens einem flachen Zuschnitt eines faltbaren Materials geformt ist, der aneinander grenzende Abschnitte aufweist, welche den Boden (Bodenabschnitt), den Deckel (Deckelabschnitt), und die Seitenwände (Wandabschnitte) bilden, welcher dadurch weitergebildet ist, dass der flache Zuschnitt für jede Ecke des Behälters, an welcher jeweils zwei Seitenwände und ein Deckel oder ein Boden Zusammenstößen, einen Übergangsabschnitt aufweist, welcher direkt mit an der jeweiligen Ecke des Behälters zusammenstoßenden Abschnitten des Zuschnitts verbunden ist, welche nicht direkt untereinander verbunden sind.

Unter einer direkten Verbindung von Abschnitten des Zuschnitts ist im Sinne der Erfindung zu verstehen, dass die entsprechenden Abschnitte entlang einer Stoßstelle

aneinandergrenzen und an der Stoßstelle ohne Materialunterbrechung ineinander übergehen. Dabei kann die Stoßstelle zur leichteren Faltung vorgeprägt oder gefalzt sein.

Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Behälters gehen die jeweiligen Abschnitte des Zuschnitts an allen Ecken des Behälters unterbrechungsfrei ineinander über, so dass keine Schwachstellen entstehen, an denen Gebrauchte Instrumente den Behälter

durchstoßen oder infektiöse Flüssigkeiten austreten können.

Vorzugsweise kann der Behälter aus einem einzigen flachen Zuschnitt geformt sein.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der flache Zuschnitt vier direkt aneinandergrenzende Wandabschnitte umfassen.

Ferner kann der flache Zuschnitt einen direkt an einen Wandabschnitt angrenzenden Verbindungsabschnitt umfassen, welcher zur Formung des Behälters mit einem weiteren Wandabschnitt verbunden, vorzugsweise verklebt, ist.

Der Verbindungsabschnitt kann dabei in etwa die gleiche Breite haben wie der weitere Wandabschnitt, so dass sich der Verbindungsabschnitt und der weitere Wandabschnitt im Wesentlichen vollflächig überlappen. Auf diese Weise entsteht ein Behälter mit wenigstens einer doppellagigen Seitenwand, wodurch die Standstabilität des Behälters verbessert wird. Gleichzeitig kann durch die großflächige Verklebung der Abschnitte eine besonders sichere Verklebung gewährleistet werden

ln einer vorteilhaften Ausführung eines Behälters gemäß der Erfindung kann der flache Zuschnitt zwei Bodenabschnitte umfassen, welche direkt an jeweils einen Wandabschnitt angrenzen, welche sich in dem fertig geformten Behälter gegenüber liegen, wobei sich die Bodenabschnitte im fertig geformten Behälter zumindest teilweise überlappen.

Dabei kann sich an einen ersten der Bodenabschnitte eine erste Einstecklasche

anschließen, und an der Stoßstelle zwischen einem zweiten der Bodenabschnitte und dem angrenzenden Wandabschnitt kann ein erster Einsteckschlitz vorgesehen sein.

Der Einsteckschlitz kann im Bereich des Wandabschnitts vorgesehen sein, welcher sich im fertig geformten Behälter mit dem Verbindungsabschnitt überlappt, so dass die erste Einstecklasche nach Einschieben in den ersten Einsteckschlitz zwischen dem

Wandabschnitt und dem Verbindungsabschnitt angeordnet ist.

Weiterhin kann sich an den Verbindungsabschnitt ein dritter Bodenabschnitt anschließen, welcher sich im fertig geformten Behälter mit dem ersten Bodenabschnitt und dem zweiten Bodenabschnitt überlappt

Durch die entsprechende Ausführung ist der Behälter im Bereich des ersten Einsteckschlitzes weiterhin sicher und vollständig verschlossen, da der erste Einsteckschlitz von innen durch den dritten Bodenabschnitt abgedeckt ist.

In einer weiteren vorteilhaften Ausführung eines Behälters gemäß der Erfindung kann der flache Zuschnitt zwei Deckelabschnitte umfassen, welche direkt an jeweils einen

Wandabschnitt angrenzen, welche sich in dem fertig geformten Behälter gegenüber liegen, wobei sich die Deckelabschnitte im fertig geformten Behälter zumindest teilweise überlappen.

Dabei kann sich an einen ersten der Deckelabschnitte eine zweite Einstecklasche anschließen, und an der Stoßstelle zwischen einem zweiten der Deckelabschnitte und dem angrenzenden Wandabschnitt kann ein zweiter Einsteckschlitz vorgesehen sein.

Vorzugsweise kann in dem ersten Deckelabschnitt die Einwurföffnung vorgesehen sein.

In einer vorteilhaften Weiterbildung eines Behälters nach der Erfindung kann an der Stoßstelle zwischen dem ersten Deckelabschnitt und der zweiten Einstecklasche ein dritter Einsteckschlitz vorgesehen ist, und aus dem zweiten Deckelabschnitt und dem

angrenzenden Wandabschnitt kann eine einseitig mit dem Wandabschnitt verbundene Verschlusszunge ausgeschnitten sein, welche im fertig geformten Behälter in den dritten Einsteckschlitz eingeschoben ist, um die Einwurföffnung zu verschließen.

Dabei können die die Verschlusszunge bildenden Einschnitte in dem Wandabschnitt kürzer sind als die zweite Einstecklasche. Die zweite Einstecklasche deckt dann die Einschnitte vollständig von innen ab, so dass auch hier keine Instrumente die Seitenwand durchstoßen oder Flüssigkeiten austreten können.

In einer bevorzugten Ausführung eines Behälters nach der Erfindung kann die

Verschlusszunge im Bereich ihres freien Endes wenigstens einen seitlichen Vorsprung aufweisen, welcher ein versehentliches Herausziehen der Verschlusszunge aus dem dritten Einsteckschlitz verhindert. Dabei kann die Verschlusszunge im Bereich des Vorsprungs etwas breiter sein als der dritte Einsteckschlitz, so dass die Verschlusszunge nur unter elastischer Verformung in den Einsteckschlitz eingeführt werden kann. Die Verschlusszunge ist vorzugsweise so geformt, dass das Einführen der Verschlusszunge in den dritten Einsteckschlitz durch eine Anlaufschräge oder Anlaufrundung vereinfacht ist, während das vollständige Hinausziehen der Verschlusszunge aus dem dritten Einsteckschlitz durch den Vorsprung verhindert oder erschwert wird.

An den Verbindungsabschnitt kann sich ein dritter Deckelabschnitt anschließen, welcher sich im fertig geformten Behälter zumindest teilweise mit dem ersten Deckelabschnitt und dem zweiten Deckelabschnitt überlappt.

Dabei kann der dritte Deckelabschnitt ebenfalls eine Einwurföffnung aufweisen, welche sich im fertig geformten Behälter mit der Einwurföffnung im ersten Deckelabschnitt überlappt, und die Verschlusszunge kann zwischen den ersten Deckelabschnitt und den dritten

Deckelabschnitt eingreifen.

Die Einwurföffnung kann an ihrem Umfang eine Einkerbung aufweisen. Diese Einkerbung kann dazu genutzt werden, einzelne Elemente eines mehrteiligen medizinischen Instruments voneinander zu trennen, beispielsweise um eine Kanüle von einer Spritze abzuziehen.

Die vorgenannte Aufgabe wird gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung gelöst durch einen Zuschnitt für einen Behälter gemäß den obigen Ausführungen. Bezüglich der dadurch erreichbaren Vorteile und Wirkungen wird ausdrücklich auf das oben gesagte verwiesen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger beispielhafter Darstellungen näher erläutert. Dabei sollen die gezeigten Ausführungsbeispiele ausschließlich zum besseren Verständnis der Erfindung beitragen, ohne diese einzuschränken.

Es zeigen;

Fig. 1 : Einen Behälter,

Fig. 2 einen Zuschnitt für einen Behälter gemäß Figur 1 ,

Fig 3; eine Ausführung einer Einwurföffnung,

Fig 4: einen modifizierten Behälter

Figur 1 zeigt einen Behälter 1 in dreidimensionaler Ansicht Der Behälter 1 besteht aus vier Seitenwinden 10, 11 12, 13, von denen nur die Seitenwände 10, 11 sichtbar sind, einem Deckel 15, und einem nicht sichtbaren Boden 16

In dem Deckel 15 ist eine Einwurföffnung 20 vorgesehen, welche teilweise durch eine Verschlusszunge 21 verschlossen ist. Die Verschlusszunge 21 ist an der Seitenwand 11 angelenkt und kann mit einem Griffelement 22 geöffnet und geschlossen werden.

Der Behälter 1 ist aus einem Zuschnitt 50 aus faltbarem Material geformt, beispielsweise aus hochfestem Karton Zur Verbesserung der Beständigkeit gegenüber Flüssigkeiten kann der Karton mit geeigneten Beschichtungen versehen sein. Entsprechende Beschichtungen sind dem Fachmann bekannt und werden daher hier nicht näher erläutert.

Der Zuschnitt 50 ist in Figur 2 dargestellt. Hierbei stellen durchgezogene Linien die

Außenkonturen des Zuschnitts 50 oder diesen vollständig durchdringende Einschnite dar. Gestrichelte Linien stellen Falzlinien in dem Zuschnitt 50 dar, welche durch ein geeignetes Prägewerkzeug eingebracht sein können. Bei Falzlinien ist in der Regel die Oberfläche des Kartons und eine darauf aufgebrachte Beschichtung nicht beschädigt. Strichpunktierte Linien stellen Schwächungslinien in dem Zuschnitt dar Schwächungslinien können anders als Falzlinien auch Perforationen oder Einschnitte aufweisen, welche die Oberfläche des Kartons durchdringen.

Der Zuschnitt 50 besteht aus vier Wandabschnitten 51 , 52, 53, 54, welche die Seitenwände 10, 11 , 12, 13 des Behälters 1 bilden. An den Wandabschnitt 53 schließt sich ein

Verbindungsabschnitt 55 an, welcher im fertig geformten Behälter 1 mit dem Wandabschnitt 54 verklebt ist, um die Seitenwand 13 zu bilden. Dabei ist ein Bereich 56 von der Verklebung ausgenommen, was später erläutert wird. Die gestrichelte Umrandung des Bereichs 56 dient nur zur Veranschaulichung und stellt keine Falzlinie dar.

Die Wandabschnitte 51 , 52, 53, 54 und der Verbindungsabschnitt 55 grenzen jeweils über Falzlinien 60, 61 , 62, 63 direkt aneinander an.

Ein erster Bodenabschnitt 70 schließt an einer Falzlinie 71 an den Wandabschnitt 52 an. Ein zweiter Bodenabschnitt 72 schließt über eine Falzlinie 73 an den Verbindungsabschnitt 55 an. Ein dritter Bodenabschnitt 74 schließt über eine Falzlinie 75 an den Wandabschnitt 54 an.

Zwischen den Bodenabschnitten 70, 72, 74 sind Übergangsabschnitte 80, 81 vorgesehen. Dabei ist der Übergangsabschnitt 80 über Falzlinien 82, 83, 84 mit dem Bodenabschnitt 74, dem Wandabschnitt 51 und dem Bodenabschnitt 70 verbunden, und weist diagonale Schwächungslinien 85, 86 auf. Der Übergangsabschnitt 81 ist über Falzlinien 87, 88, 89 mit dem Bodenabschnitt 70, dem Wandabschnitt 53, und dem Bodenabschnitt 72 verbunden, und weist diagonale Schwächungslinien 90, 91 auf. Die Schwächungslinien 85, 86, 90, 91

können ebenfalls Falzlinien sein oder zusätzlich Perforationen oder Einschnitte aufweisen, um das Falten des Behälters 1 zu vereinfachen.

An den Bodenabschnitt 70 schließt sich Ober eine Falzlinie 95 eine erste Einstecklasche 96 an. In der Falzlinie 75 zwischen dem Bodenabschnitt 74 und dem Wandabschnitt 54 ist ein erster Einsteckschlitz 97 vorgesehen.

Ein erster Deckelabschnitt 100 schließt sich Ober eine Falzlinie 101 an den Wandabschnitt 54 an. Ein zweiter Deckelabschnitt 102 schließt sich Ober eine Falzlinie 103 an den

Wandabschnitt 52 an. Ein dritter Deckelabschnitt 104 schließt sich über eine Falzlinie an den Wandabschnitt 55 an.

Zwischen den Deckelabschnitten 100, 102, 104 sind Übergangsabschnitte 105, 106 vorgesehen. Der Übergangsabschnitt 103 schließt über Falzlinien 107, 108, 109 an den Deckelabschnitt 100, den Wandabschnitt 51 und den Deckelabschnitt 102 an, und weist diagonale Schwächungslinien 110, 111 auf. Der Übergangsabschnitt 106 schließt über Falzlinien 112, 113, 114 an den Deckelabschnitt 102, den Wandabschnitt 53 und den Deckelabschnitt 104 an, und weist diagonale Schwächungslinien 115, 116 auf. Die

Schwächungslinien 110, 111 , 115, 116 können ähnlich wie die Schwächungslinien 85, 86,

90, 91 ausgeführt sein.

In den Deckelabschnitten 100 und 104 sind Einwurföffnungen 20, 20 vorgesehen, die sich im fertig geformten Behälter 1 überlappen.

Aus dem Wandabschnitt 52 und dem Deckelabschnitt 102 ist die Verschlusszunge 21 so ausgeschnitten, dass sie einseitig an dem verbleibenden Wandabschnitt 52 angelenkt ist. Aus der Verschlusszunge 21 ist wiederum das Griffelement 22 halbkreisförmig

ausgeschnitten.

Die Verschlusszunge 21 ist an dem Wandabschnitt 52 über eine Falzlinie 120 angelenkt, die im dargestellten Beispiel in einem Winkel zur Falzlinie 103 verläuft. Die Funktion dieses Winkels wird weiter unten erläutert. In Verlängerung der Falzlinie 103 verläuft eine Falzlinie 121 durch die Verschlusszunge 21 , die Falzlinie 121 ist im Bereich des Griffelements 22 unterbrochen.

An den Deckelabschnitt 100 schließt sich über eine Falzlinie 125 eine zweite Einstecklasche 126 an. Außerhalb der Verschlusszunge 21 ist am Übergang von dem Wandabschnitt 52 zum Deckelabschnitt 102 ein zweiter Einsteckschlitz 127 vorgesehen.

Am Übergang von dem Deckelabschnitt 100 zu der zweiten Einstecklasche 126 ist ein dritter Einsteckschlitz 130 vorgesehen.

Im Folgenden wird das Ausformen des Behälters 1 aus dem Zuschnitt 50 erläutert.

Zunächst wird der Zuschnitt 50 entlang der zwischen den Wandabschnitten 51 , 52, 53, 54 und dem Verbindungsabschnitt 55 verlaufenden Falzlinien 60, 61, 62, 63 zu einem Schlauch gefaltet, und der Wandabschnitt 54 wird mit dem Verbindungsabschnitt 55 verklebt. Hierbei wird im Bereich 56 kein Klebstoff aufgetragen. Der Wandabschnitt 54 wird von außen auf den Verbindungsabschnitt 55 geklebt. Für die Verklebung kann handelsüblicher Heißkleber verwendet werden. Andere geeignete Klebstoffe kommen ebenfalls in Betracht, wobei insbesondere auf Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und im medizinischen Umfeld gebräuchlichen Lösungs- und Desinfektionsmitteln zu achten sein wird.

Der entsprechend gefaltete und verklebte Zuschnitt 50 kann problemlos flach gelegt werden, so dass eine große Anzahl entsprechender vorverarbeiteter Zuschnitte raumsparend gelagert werden kann.

In einem nächsten Schritt erfolgt die Faltung des Bodens Dazu werden die

Übergangsabschnitte 80, 81 etwas nach innen gedrückt, wobei sie sich an den

Schwächungslinien 85, 86, 90, 91 falten. Gleichzeitig werden die Bodenabschnitte 72 und 74 einerseits und der Bodenabschnitt 70 andererseits aufeinander zu gefaltet, hierbei gleitet der Bodenabschnitt 72 zwischen den Bodenabschnitt 70 und die sich nach innen faltenden Übergangsabschnitte 80, 81. Um dies zu vereinfachen können die Enden des

Bodenabschnitts 72 leicht angeschrägt sein. Die erste Einstecklasche 96 wird in den ersten Einsteckschlitz 97 eingeführt und gleitet dabei in den nicht verklebten Bereich 56 zwischen dem Wandabschnitt 54 und dem Verbindungsabschnitt 55 Kleine Einkerbungen an den Seiten der ersten Einstecklasche 96 verhindern, dass diese versehentlich aus dem ersten Einsteckschlitz 97 herausrutscht.

Die Länge der Übergangsabschnitte 80, 81 ist so bemessen, dass diese nach Schließen des Bodens etwa stumpf aneinanderstoßen.

Als letztes wird der Deckel 15 des Behälters 1 geschlossen. Hierzu wird zunächst die Verschlusszunge 21 etwas nach außen gebogen, um den zweiten Einsteckschlitz 127 freizugeben. Dann wir der Deckel 15 ähnlich wie zuvor der Boden geschlossen indem die Übergangsabschnitte 105, 106 etwas nach innen gedrückt werden, und die Deckelabschnitte 100, 102, 104 aufeinander zu bewegt werden. Dabei schiebt sich der Deckelabschnitt 102 unter die Deckelabschnitte 100 und 104.

Die zweite Einstecklasche 126 wird unter der Verschlusszunge 21 , die noch nach außen gebogen ist, in den zweiten Einsteckschlitz 127 eingeschoben. Die Länge der zweiten Einstecklasche 126 ist dabei so bemessen, dass diese die Schnittlinien der Verschlusszunge 21 in dem Wandabschnitt 52 bis zur Falzlinie 120 komplett von innen abdeckt Einkerbungen am Rand der zweiten Einstecklasche 126 verhindern wiederum deren Herausrutschen aus dem zweiten Einsteckschlitz 127

Die Übergangsabschnitte 105, 106 stoßen dabei ebenso wie die Übergangsabschnitte 80, 81 stumpf aneinander.

Zuletzt wird die Verschlusszunge 21 in den dritten Einsteckschlitz 130 eingeführt. Dabei werden seitliche Vorsprünge 131 an der Verschlusszunge 21 , die etwas breiter sind als der dritte Einsteckschlitz 130, leicht zusammengedrückt und dehnen sich nach Durchtritt durch den dritten Einsteckschlitz 130 wieder aus. Das Zusammendrücken der Vorsprünge 131 wird durch die abgerundete Form der Verschlusszunge 21 vereinfacht, alternativ kann hier auch eine gerade Anschrägung oder andere geeignete Konturen vorgesehen sein.

Zum Einführen der Verschlusszunge 21 in den dritten Einsteckschlitz 130 wird diese an der Falzlinie 121 umgebogen. Dabei stellt sich das Griffelement 22 durch die Unterbrechung in der Falzlinie 121 auf.

Die Verschlusszunge 21 gleitet beim Einschieben in den dritten Einsteckschlitz so weit zwischen die Deckelabschnitte 100 und 102, dass sie die Einwurföffnungen 20, 20‘ komplett überdeckt und somit verschließt. Zum Freigeben der Einwurföffnung 20 kann die

Verschlusszunge 21 an dem Griffelement 22 zurückgezogen werden. Dabei verhindern die Vorsprünge 131 , dass die Verschlusszunge 21 versehentlich komplett aus dem dritten Einsteckschlitz 130 herausgezogen wird.

Beim Herausziehen der Verschlusszunge 21 wird diese durch ihr am Wandabschnitt 52 angelenktes Ende etwas verformt, hierdurch steigt die Reibung zwischen der

Verschlusszunge 21 und den Deckelabschnitten 100 und 104. Dieser Effekt wird durch die Abwinkelung der Falzlinie 120 etwas reduziert, so dass die Verschlusszunge 21 leichter zum Freigeben oder Verschließen der Einwurföffnung 20 bewegt werden kann. Die Falzlinie 120 kann jedoch auch parallel zu der Falzlinie 103 ausgeführt sein.

Für die Standsicherheit des Behälters 1 während der Betätigung der Verschlusszunge 21 ist es hilfreich, dass die aus dem Wandabschnitt 54 und dem Verbindungsabschnitt 55 gebildete Wand 13 des Behälters 1 doppelwandig ausgeführt ist. Hierdurch verlagert sich der Schwerpunkt des Behälters 1 , insbesondere im leeren Zustand, weg von dem

Betätigungselement 22, so dass der Behälter 1 weniger leicht nach vorne kippt, wenn die Verschlusszunge 21 geöffnet wird.

In dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Einwurföffnung 20 rund dargestellt. Figur 3 zeigt eine andere mögliche Form einer Einwurföffnung 200, welche an ihrem Umfang eine Einkerbung 201 aufweist.

Die Einkerbung 201 kann genutzt werden, um mehrteilige medizinische Instrumente vor dem Einwurf in die Einwurf Öffnung 200 zu zerlegen. Beispielsweise kann eine Spritze mit aufgesetzter Kanüle so in die Einwurföffnung gehalten werden, dass ein Rand der Kanüle in der Einkerbung 201 unter die Deckelabschnitte 100, 104 des Zuschnitts greift. Durch

Zurückziehen der Spritze kann dann die Kanüle von der Spritze abgezogen werden. Die Spritze selbst kann dann separat in den Behälter 1 eingeworfen oder ggf weiter verwendet werden.

Der in Figur 2 dargestellte Zuschnitt 50 kann auf verschiedene Weise modifiziert werden, ohne dass dies die erfindungsgemäßen Eigenschaften beeinträchtigt.

Eine mögliche Modifikation kann darin bestehen, dass aus dem Deckelabschnitt 100 im Bereich der Falzlinie 101 eine Lasche 210 ausgeschnitten ist, welche aufgestellt und zum Aufhängen des Behälters 1 genutzt werden kann. Dies ist beispielhaft in Figur 4 dargestellt.

Der Zuschnitt 50 kann bedruckt sein, um auf dem fertig geformten Behälter Warnhinweise und/oder Benutzungshinweise abzubilden. Solche Hinweise können international normierte Warnsignale für biologische Gefährdung, Markierungen zur maximal zulässigen Befüllung, und/oder Hinweise zur fachgerechten Entsorgung umfassen.

In den Behälter 1 kann vor, während, oder nach der Faltung saugfähiges Material eingebracht werden, um überschüssige Flüssigkeit aufzunehmen. Zusätzlich ist es denkbar, Desinfektionsmittel in den Behälter 1 einzubringen, um eine mögliche Keimbeladung zu reduzieren.