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1. WO2021004583 - ULTRASONIC ACTUATOR, AND MOTOR HAVING SUCH AN ULTRASONIC ACTUATOR

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[ DE ]

Beschreibung

Ultraschallaktuator und Motor mit einem solchen Ultraschallaktuator

[0001] Die Erfindung betrifft einen Ultraschallaktuator in Form einer Platte mit einer Grundfläche, einer zu der Grundfläche geometrisch ähnlichen Deckfläche und einer die Grundfläche und die Deckfläche miteinander verbindenden Seitenfläche, wobei die Platte ein elektromechanisches Material aufweist und an deren Grundfläche und an deren der Grundfläche gegenüberliegenden Deckfläche Elektroden zur Anregung periodischer Deformationen der Platte angeordnet sind, und die Grundfläche

wenigstens zwei parallel zueinander angeordnete Seiten aufweist, welche Kontaktabschnitte der Seitenfläche definieren, und die zwei parallel zueinander angeordneten Seiten der Grundfläche zusammen mit

Verbindungslinien, welche die jeweiligen Endpunkte der parallel zueinander angeordneten Seiten miteinander verbinden, ein in die

Grundfläche einbeschriebenes Parallelogramm bilden, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft zudem einen Motor mit einem solchen Ultraschallaktuator, der einen Ultraschallmotor bildet.

[0002] Unter dem vorstehend und auch im Nachfolgenden verwendeten Begriff .elektromechanisches Material ist dabei ein Material zu verstehen, welches bei Anlegen einer elektrischen Spannung und entsprechender Ausbildung eines elektrischen Feldes eine mechanische Deformation vollführt. Insbesondere fallen darunter Materialien mit piezoelektrischen Eigenschaften, etwa piezokeramische Materialien, aber beispielsweise auch elektrostriktive Eigenschaften aufweisende Materialien.

[0003] Derartige Ultraschallaktuatoren bzw. die diese umfassenden

Ultraschallmotoren können in miniaturisierten, preiswerten Geräten mit geringem Energieverbrauch, wie beispielsweise in Miniaturfotoapparaten, Objektiven von Flandys bzw. Smartphones, Miniaturspeichereinrichtungen und ähnlichen Geräten verwendet werden, wo kleine Abmessungen, hohe Positioniergenauigkeit und ein niedriger Energieverbrauch durch den Antrieb erforderlich sind.

[0004] Aus den Druckschriften US 5 672 930 und US 5 665 918 sind

Ultraschallaktuatoren für Ultraschallmotoren bekannt, die als komplexe zusammengesetzte Vibratoren konzipiert sind und aus einem

Resonanzkörper, auf dem piezoelektrische Erregerplatten aufgeklebt sind, bestehen. Der Nachteil dieser Aktuatoren liegt darin, dass sie einen relativ komplizierten Aufbau aufweisen und ihre Herstellung aufwendig ist. Daher scheiden sie als preiswertes Massenprodukt für den Einsatz in

miniaturisierten Geräten aus.

[0005] Aus der Druckschrift US 6 765 335 B2 ist ferner ein Ultraschallaktuator für einen Ultraschallmotor bekannt, bei dem der Resonanzkörper als piezoelektrische Platte mit einer rechteckigen Form ausgebildet ist. Dieser Ultraschallaktuator zeichnet sich zwar durch eine einfache Konstruktion und eine leicht beherrschbare Herstellungstechnologie aus, weshalb er als preiswertes Massenprodukt geeignet erscheint. Jedoch besteht bei diesem Ultraschallaktuator der Nachteil, dass für dessen Betrieb eine relativ hohe elektrische Leistung erforderlich ist, wodurch ein erhöhter Energieverbrauch resultiert. Daher scheidet ein solcher Ultraschallaktuator für die Verwendung in Miniaturvorrichtungen mit entsprechend

erforderlichem geringen Energieverbrauch ebenfalls aus.

[0006] Der aus der EP 2 153 476 B1 bekannte Ultraschallaktuator kann die zuvor beschriebenen Probleme zwar lösen, indem dieser Ultraschallaktuator eine vergleichsweise einfache Konstruktion aufweist und zugleich einen geringen elektrischen Energieverbrauch bei hoher Betriebsstabilität bzw. Sicherheit besitzt. Dennoch ist mit dem in der EP 2 153 476 B1

offenbarten Ultraschallaktuator eine Realisierung eines entsprechenden Ultraschallmotors mit höherem Aufwand verbunden, insbesondere im Hinblick auf die Struktur des Läufers eines solchen Motors. Hierbei gestaltet es sich als vergleichsweise aufwändig, die für einen dauerhaft verlässlichen Betrieb notwendige konstante Anpresskraft des Läufers an den Ultraschallaktuator über den gesamten Verfahrweg des Läufers zu realisieren.

[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, einen

Ultraschallaktuator bereitzustellen, der neben einer einfachen Konstruktion und einem geringen elektrischen Energieverbrauch auch die Eigenschaft besitzt, mit diesem einen einfach aufgebauten und dennoch dauerhaft zuverlässigen Motor realisieren zu können, der sich leicht und

insbesondere in hohen Stückzahlen fertigen und montieren lässt und der eine gute Skalierbarkeit bzw. Miniaturisierbarkeit aufweist.

[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Ultraschallaktuator der eingangs genannten Art, bei dem bezüglich des in die Grundfläche

eingeschriebenen Parallelogramms jeweils zwischen

aneinanderstoßenden bzw. angrenzenden oder benachbarten Seiten ein von 90° abweichender Winkel eingeschlossen ist. Mit anderen Worten handelt es sich bei dem eingeschriebenen Parallelogramm gerade nicht um ein rechtwinkliges Parallelogramm.

[0009] Durch die spezifische Form des eingeschriebenen Parallelogramms sind die jeweils parallel zueinander angeordneten Seiten durch Verschieben entlang ihrer jeweiligen Seitennormalen nicht in vollständige Überdeckung zu bringen, wie das bei einem rechtwinkligen Parallelogramm der Fall wäre. Mit anderen Worten treffen sich die Normalen, die jeweils durch den Mittelpunkt der entsprechenden Seite verlaufen, nicht, sondern sind parallel und versetzt zueinander angeordnet. Wirken nun Kräfte entlang der Normalen bezüglich der durch die entsprechenden Seiten der

Seitenfläche gebildeten Kontaktabschnitte bzw. Kontaktflächen - beispielsweise aufgrund eines Anpressens von Laufflächen eines gegenüber dem Ultraschallaktuator zu bewegenden Läufers gegen die Kontaktabschnitte bzw. Kontaktflächen des Ultraschallaktuators -, so resultiert ein Drehmoment, welches den Ultraschallaktuator zu drehen versucht. Das entsprechende und auf die Laufflächen wirkende

Gegendrehmoment kann dazu genutzt werden, eine definierte

Anpresskraft eines mit dem Läufer verbundenen oder integral mit diesem ausgeführten Führungsteils bzw. dessen Führungsabschnitten gegen Führungselemente einer Führungsvorrichtung zu erzeugen. Auf diese Weise kann über die Laufflächen, die beispielsweise integraler Bestandteil des Läufers sind, gleichzeitig die für einen optimierten Betrieb des entsprechenden Ultraschallmotors notwendige mechanische Vorspannung

auf den Ultraschallaktuator und die vorstehend beschriebene Anpresskraft von Führungsabschnitten gegen Führungselemente einer

Führungsvorrichtung, und vorzugsweise einer Gleitführung, realisiert werden.

[0010] Hierbei kann es von Vorteil sein, dass die größeren Innenwinkel des

eingeschriebenen Parallelogramms Werte zwischen 93° und 105° und bevorzugt zwischen 95° und 99° aufweisen. Dementsprechend haben die kleineren Innenwinkel des eingeschriebenen Parallelogramms Werte zwischen 87° und 75° und bevorzugt Werte zwischen 85° und 81 °. Bei einer derartigen Geometrie des eingeschriebenen Parallelogramms ist bei einem entsprechenden Ultraschallmotor, bei dem Laufflächen eines Läufers gegen die Kontaktabschnitte des Ultraschallaktuators gedrückt sind, ein für einen dauerhaften und verlässlichen Betrieb des

Ultraschallmotors vorteilhaftes Gegendrehmoment auf eine mit dem Läufer verbundene Führungsvorrichtung aufbringbar, während bei kleineren Werten für die größeren Innenwinkel kein hierfür ausreichendes

Drehmoment bzw. Gegendrehmoment mehr erzielbar ist. Bei größeren Werten des größeren Innenwinkels ergibt sich eine weniger stabile sowie weniger definierte Schwingung des Ultraschallaktuators, die bei einem entsprechenden Ultraschallmotor zu einer geringeren

Positioniergenauigkeit und zu einem ungleichmäßigeren Antrieb führt.

[0011] Es kann vorteilhaft sein, dass die Grundfläche bzw. die dazu parallel

angeordnete und geometrisch ähnliche und bevorzugt identisch geformte Deckfläche achteckig ist und sich beidseits des eingeschriebenen

Parallelogramms jeweils ein Trapez und bevorzugt ein gleichschenkliges Trapez anschließt, und die Basis jedes Trapezes mit der jeweiligen längeren Seite des eingeschriebenen Parallelogramms zusammenfällt. Bei der daraus resultierenden prismatischen Form des Ultraschallaktuators ist bei vergleichsweise geringem Materialaufwand eine besonders effektive Anregung von zum Antrieb eines Läufers nutzbaren Deformationen ermöglicht.

[0012] Im Falle eines gleichschenkligen Trapezes kann es von Vorteil sein, dass die Länge einer Diagonale eines Trapezes im Wesentlichen identisch ist zu dem Abstand zwischen der der Basis dieses Trapezes gegenüberliegenden Seite bzw. Grundseite und der Basis des anderen Trapezes. Bei diesen geometrischen Verhältnissen resultiert ein

Ultraschallaktuator, dessen Breite kleiner ist als das Doppelte seiner Höhe und der dadurch einen vergleichsweise geringen Platzbedarf bei gleichzeitig reduziertem Materialaufwand hat. Zudem führen solche geometrischen Verhältnisse des Ultraschallaktuators dazu, dass sich drei Dimensionen zur genutzten Schwingungsmode überlagern. Dabei kann eine Dimension der Schwingungsmode durch äußere Einflüsse

unterdrückt werden, ohne dass die genutzte Schwingungsmode verschwindet. Das macht den Motor insgesamt robuster gegen äußere Einflüsse und die mechanische Umgebung des Aktors.

[0013] Die Erfindung betrifft ferner einen Motor mit einem vorstehend

beschriebenen Ultraschallaktuator umfassend eine Halterungsvorrichtung zur ortsfesten Halterung des Ultraschallaktuators und einen relativ zu dem Ultraschallaktuator beweglichen und sich mit diesem in direktem oder indirektem Friktionskontakt befindenden Läufer, wobei die

Halterungsvorrichtung wenigstens vier Halteabschnitte aufweist, die den Ultraschallaktuator an unterschiedlichen Bereichen kontaktieren, wovon zwei Halteabschnitte mechanisch steif ausgeführt sind und steife

Halteabschnitte bilden, und wovon zwei Halteabschnitte federnde

Eigenschaften aufweisen und federnde Halteabschnitte bilden.

[0014] Hierbei kann es von Vorteil sein, dass die steifen Halteabschnitte und die federnden Halteabschnitte jeweils schräg gegenüberliegend zueinander angeordnet sind.

[0015] Zudem kann es von Vorteil sein, dass die Halterungsvorrichtung zwei weitere Halteabschnitte aufweist, die jeweils einen Bereich der

Seitenfläche des Ultraschallaktuators kontaktieren, der zwischen dem von dem jeweiligen steifen Halteabschnitt und dem jeweiligen federnden Halteabschnitt kontaktierten Bereich der Seitenfläche gelegen ist.

[0016] In einer Ausführungsform kann der Motor so ausgestaltet sein, dass der Läufer zwei langgestreckte und parallel zueinander angeordnete

Laufflächen umfasst, die den Ultraschallaktuator an den

Kontaktabschnitten direkt oder indirekt kontaktieren und diesen zwischen sich einspannen. Durch die über die Kontaktabschnitte eingeleiteten Einspannkräfte wirkt aufgrund seiner spezifischen geometrischen Form ein Drehmoment auf den Ultraschallaktuator, durch welches dieser mit dem jeweiligen Abschnitt der Seitenfläche gegen den jeweiligen steifen

Halteabschnitt des Halterungselements gedrückt ist.

[0017] Es kann hierbei vorteilhaft sein, dass der Läufer ein Führungsteil mit

wenigstens zwei voneinander beabstandeten Führungsabschnitten umfasst, wobei sich die Führungsabschnitte mit Führungselementen oder Führungsabschnitten in eine Gleitbewegung ermöglichendem Eingriff befinden. Im Falle von Führungselementen liegen diese separat vor, während im Falle von Führungsabschnitten diese in bevorzugter Weise integraler Bestandteil der Halterungsvorrichtung sind. Die

Führungsabschnitte sind bevorzugt integral mit dem Führungsteil ausgebildet, und das Führungsteil ist bevorzugt integral mit dem Läufer ausgebildet.

[0018] Es folgt die Beschreibung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ultraschallaktuators und eines entsprechenden Motors mit Hinblick auf die entsprechenden Figuren, wobei sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche Teile der unterschiedlichen Figuren beziehen.

[0019] Fig. 1 : Draufsicht auf die Grundfläche eines erfindungsgemäßen

Ultraschallaktuators

[0020] Figs. 2A, 2B: Unterschiedliche perspektivische Darstellungen des

Ultraschallaktuators gemäß Fig. 1

[0021] Fig. 3: Perspektivische Darstellung einer Ausführungsform eines Motors mit einem Ultraschallaktuator gemäß den Figs. 1 und 2

[0022] Fig. 4: Halterungsvorrichtung für einen Ultraschallaktuator des Motors gemäß Fig. 3

[0023] Fig. 5: Seitenansicht des Motors gemäß Fig. 3

[0024] Fig. 6: Perspektivische Darstellung einer Ausführungsform eines Motors mit dem Ultraschallaktuator gemäß den Figs. 1 und 2

[0025] Figur 1 zeigt in einer Draufsicht die Grundfläche 3 eines

erfindungsgemäßen Ultraschallaktuators 1 , welcher die Form einer

achteckigen Platte 2 bzw. eines achteckigen Prismas aufweist, so dass die der Grundfläche 3 gegenüberliegende und in Fig. 1 nicht zu erkennende Deckfläche eine zu der Grundfläche 3 identische Form aufweist, und die die Grundfläche 3 und die Deckfläche miteinander verbindende

Seitenfläche 5 sowohl senkrecht zu der Grundfläche 3, als auch senkrecht zu der Deckfläche angeordnet ist. Denkbar sind jedoch auch

Ausführungsformen des Ultraschallaktuators 1 , bei dem sich die Form der Grundfläche 3 und der Deckfläche bei geometrischer Ähnlichkeit voneinander unterscheiden, so dass die Seitenfläche 5 nicht senkrecht zu der Grundfläche 3 bzw. zu der Deckfläche angeordnet ist.

[0026] Aufgrund der achteckigen Form der Grundfläche 3 und der

entsprechenden Prismenform des Ultraschallaktuators resultiert eine Seitenfläche 5 mit acht voneinander unterscheidbaren Abschnitten, wobei die Seiten 8 und 8‘ Kontaktabschnitte 50 und 50‘ der Seitenfläche 5 bilden. Die Kontaktabschnitte 50 und 50‘ sind für einen direkten oder indirekten Kontakt mit einem durch den Ultraschallaktuator anzutreibenden Element eines entsprechenden Ultraschallmotors vorgesehen.

[0027] Zwei der kürzeren Seiten der Grundfläche 3, nämlich die Seiten 8 und 8‘, sind parallel und beabstandet zueinander angeordnet, wobei sich durch eine Verschiebung der Seiten entlang ihrer jeweiligen Seitennormale die Seiten 8 und 8‘ nicht in vollständige Überdeckung bringen lassen. Mit anderen Worten sind die Seiten 8 und 8‘ in ihrer Erstreckungsrichtung gesehen versetzt zueinander angeordnet. In entsprechender Weise resultiert mit zwei Verbindungslinien 9 und 9‘, welche die jeweils

korrespondierenden Endpunkte der Seiten 8 und 8‘ miteinander verbinden, ein in die Grundfläche 3 eingeschriebenes Parallelogramm 10, das nicht rechtwinklig ist bzw. bei dem aneinandergrenzende oder

aneinanderstoßende Seiten einen von 90° abweichenden Winkel zwischen sich einschließen. Die beiden größeren Winkel 11 des

Parallelogramms betragen hierbei 97°, so dass sich kleinere Winkel des Parallelogramms von 83° ergeben.

[0028] Zu beiden Seiten des eingeschriebenen Parallelogramms 10 schließt sich hinsichtlich der Grundfläche 3 jeweils ein gleichschenkliges Trapez 12, 12‘ an, dessen jeweilige Basis 13, 13‘ mit der jeweiligen längeren Seite des eingeschriebenen Parallelogramms 10, welche der jeweiligen

Verbindungslinie 9, 9‘ entspricht, zusammenfällt. Die Länge jeder

Diagonale 14 eines Trapezes 12, 12‘ ist im Wesentlichen identisch zu dem kürzesten Abstand 15 zwischen der der Basis 13, 13‘ dieses Trapezes gegenüberliegenden Seite 16, 16‘ und der Basis 13, 13‘ des jeweils anderen Trapezes 12, 12‘. Im vorliegenden Fall sind die Seiten 16, 16‘, welche ebenfalls kürzere Seiten der Form der Grundfläche 3 darstellen, parallel zu der Basis 13, 13‘ des jeweiligen Trapezes 12, 12‘ angeordnet.

[0029] Aufgrund des Abweichens des eingeschriebenen Parallelogramms 10 von einem rechtwinkligen Parallelogramm treffen sich die vom Mittelpunkt der der Basis 13, 13‘ gegenüberliegenden und dazu parallel verlaufenden Seite 16, 16‘ des jeweiligen rechtwinkligen Trapezes ausgehenden

Seitennormalen nicht, sondern verlaufen parallel und beabstandet zueinander.

[0030] Fig. 2A zeigt den Ultraschallaktuator 1 gemäß Fig. 1 in einer

perspektivischen Darstellung mit Blick hauptsächlich auf die Grundfläche 3. An der achteckigen Grundfläche 3 sind zwei identisch ausgebildete und spiegelbildlich zueinander angeordnete Elektroden 6 und 6‘ gelegen, die durch einen zwischenliegenden Spalt voneinander getrennt und dadurch elektrisch isoliert voneinander sind. Neben den durch die Seiten 8 und 8‘ der Grundfläche 3 gebildeten Kontaktabschnitten 50 und 50‘ bilden die längeren Seiten der Grundfläche 3 die Abschnitte 52, 52‘, 54 und 54‘ der Seitenfläche 5, während die beiden verbleibenden kürzeren Seiten 16 und 16‘ der Grundfläche 3 die Abschnitte 56 und 56‘ der Seitenfläche 5 bilden bzw. definieren.

[0031] Fig. 2B zeigt den Ultraschallaktuator von Fig. 1 in anderer perspektivischer Darstellung, so dass hier hauptsächlich die Deckfläche 4 zu sehen ist. Ebenso wie an der Grundfläche 3 sind an der Deckfläche 4 zwei identisch geformte und spiegelbildlich zueinander angeordnete Elektroden 7 und 7‘ gelegen, die ebenfalls durch einen zwischenliegenden Trennspalt voneinander beabstandet und dadurch elektrisch isoliert voneinander sind. Die beiden Elektroden 7 und 7‘ der Deckfläche sind spiegelbildlich zu den beiden auf der Grundfläche 3 angebrachten Elektroden 6 und 6‘ angeordnet. Es ist denkbar, an der Grundfläche 3 und der Deckfläche 4 jeweils mehr als zwei Elektroden anzuordnen. Zudem ist es denkbar, dass sich die Zahl der Elektroden an der Grundfläche von der Zahl der

Elektroden an der Deckfläche unterscheidet; so können etwa an der Grundfläche zwei Elektroden angeordnet sein, während an der Deckfläche nur eine Elektrode angeordnet ist.

[0032] Die Kontaktabschnitte 50 und 50‘ stellen entsprechende Oberflächen des Ultraschallaktuators 1 dar und können direkt in Kontakt mit einem relativ zu dem Ultraschallaktuator 1 zu bewegenden bzw. zu verstellenden Element, beispielsweise einem Läufer, stehen. Da es bei direktem Kontakt jedoch zu erhöhtem Verschleiß des normalerweise eher schlechte tribologische Eigenschaften aufweisenden elektromechanischen Materials des Ultraschallaktuators 1 kommen kann, ist vorzugsweise vorgesehen, an den Kontaktabschnitten 50 und 50‘ Friktionselemente anzuordnen, die hinsichtlich Reibungs- und Verschleißeigenschaften optimiert sind. Bei dem Vorhandensein von an den Kontaktabschnitten 50 und 50‘

angeordneten Friktionselementen resultiert ein dann indirekter Kontakt zwischen den Kontaktabschnitten 50 und 50‘ des Ultraschallaktuators und einem relativ zu dem Ultraschallaktuator 1 zu bewegenden bzw. zu verstellenden Element.

[0033] Figur 3 zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine mögliche

Ausführungsform für einen als Linearantrieb realisierten Motor 100 mit einem Ultraschallaktuator 1 nach den Figuren 1 und 2. Hierbei ist der Ultraschallaktuator in eine Halterungsvorrichtung 110 eingesetzt, welche in einer in Fig. 3 nicht erkennbaren Weise selbst mit einem übergeordneten ortsfesten Element, beispielsweise einer Basis, verbunden ist, so dass insgesamt eine ortsfeste Halterung des Ultraschallaktuators resultiert.

[0034] Gegenüber bzw. relativ zu dem Ultraschallaktuator beweglich ist ein

Läufer 120 in Form eines räumlich strukturierten Blechs mit zwei integral mit diesem ausgebildeten langgestreckten und parallel zueinander angeordneten Laufflächen 122, 122‘, die über in Fig. 3 nicht erkennbare Friktionselemente indirekt mit den Kontaktabschnitten 50, 50‘ des

Ultraschallaktuators in Kontakt stehen.

[0035] Die spezielle Ausgestaltung des Läufers 120 verleiht diesem u.a.

spezifische federnde Eigenschaften, mit welcher die Laufflächen 122, 122‘ - nach Einsetzen der Halterungsvorrichtung 110 in den Läufer 120 - mit einer definierten Kraft gegen die Friktionselemente bzw. die

Kontaktabschnitte 50, 50‘ gedrückt bzw. gepresst sind. Diese Kraft sorgt zum Einen dafür, dass der Ultraschallaktuator mit einer für einen verlässlichen und definierten Betrieb notwendigen Vorspannung

beaufschlagt ist, und zum Anderen - aufgrund der erfindungsgemäßen Geometrie des Ultraschallaktuators - für eine Beaufschlagung des

Ultraschallaktuators mit einem Drehmoment in einer dem Uhrzeigersinn entgegengesetzten Richtung, welches diesen fest gegen die

Halterungsvorrichtung 110 drückt, so dass der Ultraschallaktuator fest in dieser gehaltert ist.

[0036] Das so auf den Ultraschallaktuator einwirkende Drehmoment ruft ein in Uhrzeigersinn gerichtetes Gegendrehmoment hervor, welches auf den Läufer 120 wirkt. Mit dem Läufer 120 integral ausgeführt sind zwei voneinander beabstandete und unterschiedlich geformte

Führungsabschnitte 125 und 125‘ und zwei dazu jeweils gegenüberliegend angeordnete und in Fig. 3 nicht zu erkennende Lagerungsabschnitte 126 und 126‘ aufweist. Es ist ebenso denkbar, die Führungsabschnitte 125, 125‘ und/oder die Lagerungsabschnitte 126, 126‘ separat auszuführen und mit dem Läufer 120 zu verbinden, beispielsweise durch eine Schraub oder Klebeverbindung.

[0037] Die Führungsabschnitte 125, 125‘ befinden sich in gleitendem Eingriff mit zwei parallel zueinander angeordneten, rundstabförmigen

Führungselementen 130, 130‘ aus Stahl. Es ist ebenso denkbar,

Führungselemente 130, 130‘ aus einer Keramik zu verwenden. Der Führungsteil 124 mit seinen Führungsabschnitten bildet zusammen mit den Führungselementen 130, 130‘ eine Gleitführung, welche dazu dient, die bereits durch die Form der Laufflächen 122, 122‘ und deren

Kontaktsituation mit den Friktionselementen des Ultraschallaktuators provozierte lineare Bewegung des Läufers 120 zu präzisieren.

[0038] Das auf den Läufer 120 einwirkende Gegendrehmoment sorgt dafür, dass die Führungsabschnitte 125 und 125‘ definiert an dem in Fig. 3 oberen Führungselement 130 anliegen. Die Führungsabschnitte 125 und 125‘ weisen jeweils einen Durchbruch auf, durch den das Führungselement 130 hindurchragt. Der Querschnitt der Führungsabschnitte 125, 125‘ ist nicht rund, sondern weist jeweils einen V-förmigen Bereich auf, dessen beide Flanken zur Abstützung des Führungselements 130 dienen.

Während bei dem in Fig. 3 linken Führungsabschnitt 125 der V-förmige Abschnitt nach unten weist, weist er bei dem in Fig. 3 rechten

Führungsabschnitte 125‘ nach oben. Das auf den Läufer 120 einwirkende Gegendrehmoment bewirkt nun, dass die V-förmigen Bereiche der Führungsabschnitte 125, 125‘ bzw. deren Flanken mit einer definierten Kraft an dem Führungselement 130 anliegen und somit gleichzeitig eine definierte gegenseitige Ausrichtung zwischen dem Führungselement 130 und den Führungsabschnitten 125, 125‘ stattfindet.

[0039] Die Kraft, mit welcher die Flanken bzw. Schenkel der V-förmigen Bereiche der Führungsabschnitte 125, 125‘ gegen das Führungselement 130 gedrückt sind, lässt sich beeinflussen durch die über die Laufflächen 122, 122‘ des Läufers 120 auf den Ultraschallaktuator 1 einwirkenden Kräfte, welche in erster Linie von den federnden Eigenschaften des Blechs des Läufers 120 und dessen Geometrien und den Geometrien des

Ultraschallaktuators abhängen. Je höher diese Kräfte und das daraus resultierende und auf den Ultraschallaktuator wirkende Drehmoment sind, desto größer ist das entsprechende und auf den Läufer wirkende

Gegendrehmoment. Je weiter nun die Führungsabschnitte 125, 125‘ voneinander beabstandet sind, umso geringer sind aufgrund der wachsenden Hebellängen die Anpresskräfte der Flanken bzw. Schenkel der V-förmigen Bereiche der Führungsabschnitte 125, 125‘ gegen das Führungselement 130. Somit lässt sich auch durch den Abstand der Führungsabschnitte 125, 125‘ eine Anpassung dieser Anpresskräfte erzielen.

[0040] Die so gebildete Gleitlagerung bzw. Gleitführung ist montagefreundlich, vergleichsweise einfach realisierbar und damit insgesamt kostengünstig. Die Anpresskräfte lassen sich gezielt anpassen, so dass insbesondere geringe Reibwiderstände entstehen, gegen die der Ultraschallaktuator arbeiten muss. Gleichzeitig ist eine solche Gleitführung mechanisch hochbelastbar und weist eine hohe Ablaufgenauigkeit auf.

[0041] Fig. 4 zeigt in separierter Weise und damit als Detail des Motors nach Fig.

3 nur die Flalterungsvorrichtung 110 mit dem darin eingesetzten

Ultraschallaktuator 1 gemäß den Figuren 1 und 2. Die

Flalterungsvorrichtung 110, welche aus Polyetheretherketon (PEEK) besteht, weist insgesamt sechs Flalteabschnitte 111 , 111‘, 112, 112‘, 113,

113‘ auf, die den Ultraschallaktuator an unterschiedlichen Abschnitten 52, 52‘, 54, 54‘, 56, 56‘ seiner Seitenfläche 5 kontaktieren und den

Ultraschallaktuator damit fest einspannen bzw. halten. Andere,

insbesondere polymere Materialien, für die Flalterungsvorrichtung 110 sind ebenso denkbar, etwa Polyoxymethylen (POM) oder Polyamid (PA).

[0042] Zwei der Flalteabschnitte, welche den Ultraschallaktuator an seinen

längeren Seitenflächenabschnitten 52‘, 54 kontaktieren, sind mechanisch wenig nachgiebig und damit steif ausgeführt und bilden entsprechend steife Flalteabschnitte 111 , 111‘, während die zwei anderen

Flalteabschnitte, welche den Ultraschallaktuator ebenso an längeren, aber anderen Seitenflächenabschnitten 52, 54‘ kontaktieren, mechanisch nachgiebig sind, damit federnde Eigenschaften aufweisen und

entsprechend federnde Kontaktabschnitte 112, 112‘ bilden. Die

Flalteabschnitte 113, 113‘ kontaktieren den Ultraschallaktuator an den kürzeren Seitenflächenabschnitten 56, 56‘ und sind ebenfalls mechanisch wenig nachgiebig ausgeführt.

[0043] Die von den Laufflächen 122, 122‘ des Läufers 120 auf die beiden

Friktionselemente 20 einwirkenden Kräfte F sind in Fig. 4 ebenso gekennzeichnet wie das daraus auf den Ultraschallaktuator 1 einwirkende Drehmoment M, welches den Ultraschallaktuator entgegen dem

Uhrzeigersinn zu drehen versucht. Aufgrund dieses Drehmoments M werden die Seitenflächenabschnitte 52‘ und 54 stärker gegen die steifen Kontaktabschnitte 111 und 111‘ gedrückt, wogegen diese sich damit fester abstützen. Gleichzeitig versuchen die Seitenflächenabschnitte 52 und 54‘ sich durch das einwirkende Drehmoment M von den federnden

Kontaktabschnitten 112, 112‘ weg zu bewegen, wobei deren federnde Eigenschaften jedoch für gleichbleibenden Kontakt mit diesen

Seitenflächenabschnitten 52 und 54‘ sorgen, so dass die Anpresskraft der federnden Kontaktabschnitte 112, 112‘ gegen die Seitenflächenabschnitte 52 und 54‘ unabhängig von dem einwirkenden Drehmoment M ist.

[0044] Fig. 5 zeigt den Motor gemäß Fig. 3 in einer Seitenansicht, wobei die

Blickrichtung mit der Antriebsrichtung zusammenfällt. Hierbei ist insbesondere die Querschnittsform der Führungsabschnitte 125, 125‘ und des Lagerungsabschnitts 126 und deren Eingriffssituation mit den

Führungselementen 130, 130‘ zu erkennen. Der in Fig. 5 nach vorne weisende Führungsabschnitt 125 hat einen nach unten weisenden V- förmigen Abschnitt, und das Führungselement 130 liegt an beiden Flanken bzw. Schenkeln des V-förmigen Abschnitts an bzw. stützt sich daran ab. Der in Fig. 5 nach hinten weisende Führungsabschnitt 125‘, von dem nur ein Teil zu erkennen ist, hat einen nach oben weisenden V-förmigen Abschnitt, und das Führungselement 130 liegt auch hier an beiden

Flanken bzw. Schenkeln dieses V-förmigen Abschnitts an. Das auf den Läufer einwirkende Gegendrehmoment - resultierend aus dem über den Läufer auf den Ultraschallaktuator einwirkenden Drehmoment - dient also zum Andrücken und gleichzeitigen Ausrichten des Führungselements 130 in den Führungsabschnitten 125, 125‘. Den Führungsabschnitten 125 und 125‘ gegenüberliegend ist ein jeweiliger Lagerungsabschnitt 126, 126‘ angeordnet, von welchen jedoch nur der nach vorne weisende

Lagerungsabschnitt 126 zu erkennen ist. Dieser weist eine rechtwinklige, nutförmige Ausnehmung auf, in welcher das Führungselement 130‘ spielbehaftet gelagert ist. Der Lagerungsabschnitt 126‘ weist eine zu dem Lagerungsabschnitt 126 identische Querschnittsgeometrie auf. Die

Lagerungsabschnitte 126 und 126‘ dienen dazu, eine Rotation des

Lagerteils 124 des damit fest verbundenen Läufers 120 um das

Führungselement 130 zu vermeiden

[0045] Fig. 6 zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine weitere mögliche Ausführungsform für einen als Linearantrieb realisierten Motor 100 mit einem Ultraschallaktuator 1 nach den Figuren 1 und 2. Hierbei umfasst die identisch zu Fig. 3 bzw. 4 ausgebildete Halterungsvorrichtung 110 integral mit dieser ausgebildete, langgestreckte Führungsabschnitte 116, 116‘, gegen die sich integral mit dem Läufer 120 in Form eines räumlich strukturierten Blechs ausgebildete Führungsabschnitte 125, 125‘ in Form eines gebogenen bzw. abgewinkelten Stegs abstützen, von denen in Fig.

6 nur der Führungsabschnitt 125 zu erkennen ist. Durch die Übernahme der Funktion der Führungselemente 130 in den Figuren 3 und 5 durch integral mit der Halterungsvorrichtung 110 ausgebildeten

Führungsabschnitten 116, 116‘ ist eine deutlich kompaktere und weniger Bauteile aufweisende Ausführung eines Motors mit dem

erfindungsgemäßen Ultraschallaktuator möglich, der zudem leichter und schneller zusammenbaubar ist.

[0046] Bezugszeichenliste:

1 : Ultraschallaktuator

2: Platte

3: Grundfläche (der Platte 2)

4: Deckfläche (der Platte 2)

5: Seitenfläche (der Platte 2)

6,6‘: Elektroden

7, 7‘: Elektroden

8, 8‘: Seiten (der Grundfläche 3)

9, 9‘: Verbindungslinien

10: Parallelogramm (eingeschrieben in die Grundfläche 3)

11 : größere Innenwinkel (des eingeschriebenen Parallelogramms

10)

12, 12‘: Trapez (der Grundfläche 3)

13, 13‘: Basis (des Trapezes 12, 12‘)

14: Diagonale (des Trapezes 12, 12‘)

: Abstand (zwischen der der Basis 13, 13‘ eines Trapezes 12, 12‘ gegenüberliegenden Seite 16, 16‘ und der Basis des jeweils anderen Trapezes)

, 16‘ Seite (der Basis 13, 13‘ des Trapezes 12, 12‘

gegenüberliegend)

: Friktionselement

: Kontaktabschnitte (der Seitenfläche 5)

, 52‘: Abschnitte (der Seitenfläche 5)

, 54‘: Abschnitte (der Seitenfläche 5)

, 56‘: Abschnitte (der Seitenfläche 5)

0: Motor

0: Halterungsvorrichtung (des Motors 100)

1 , 1 11‘: steife Halteabschnitte (der Halterungsvorrichtung 110) 2, 1 12‘: federnde Halteabschnitte (der Halterungsvorrichtung 110) 3, 113‘: Halteabschnitte (der Halterungsvorrichtung 110)

6, 116‘: Führungsabschnitte (der Halterungsvorrichtung 110) 0: Läufer

2, 122‘: Laufflächen (des Läufers 120)

5, 125‘: Führungsabschnitte (des Läufers 120)

6, 126‘: Lagerungsabschnitte (des Läufers 120)

0, 130‘: Führungselemente